Die Horizontalsperre
Nachträgliche Horizontalsperren unterscheiden sich in mechanische Horizontalsperren , chemische Horizontalsperren sowie diverse Scheinverfahren, auf die hier nicht weiter eingegangen wird.
Horizontalsperre mechanisch im Nirosta- Chromstahl- Verfahren
Eine gewellte Edelstahlplatte wird horizontal über die gesamte Mauerwerksdicke mittels pneumatischem Werkzeug eingetrieben. Voraussetzung ist eine ausreichend dimensionierte, weiche und nasse Fuge in der Mörtelgruppe 1 (Kalkfuge). Bei dieser horizontalen Sperre wird kein Fugenmaterial aus dem Kern des Mauerwerks entnommen. Die Horizontale Abdichtung ist in einem Arbeitsgang eingebracht.
Horizontalsperre im Mauersäge- oder Diamantseilsägeverfahren
Das Mauersägeverfahren findet ebenfalls Anwendung bei Mauerwerk mit einer durchgehenden Horizontalfuge. In Abhängigkeit vom Mauerwerksgefüge wird mit einer hartmetallbestückten Mauerkettensäge ein Schlitz im Mauerwerk hergestellt. Platten oder Bahnenmaterial aus Kunststoff oder nicht rostendem Metall legt man in den Mauerschlitz ein. Die statische Sicherung des Mauerwerks erfolgt mit hoch belastbaren Duroplastkeilen. Abschließend presst man Quellzementsuspension in den beidseits verdämmten Sägeschlitz ein. Eine horizontale Sperre im Diamantseilsägeverfahren benötigt hinsichtlich der Mauerwerksqualität keine Anforderung an die Fuge. Hier kann auch Mischmauerwerk, Bruchsteinmauerwerk oder Beton gesägt werden. Der Einbau der Horizontalsperre erfolgt analog zum Mauersägeverfahren.
Horizontalsperren im Injektionsverfahren
Horizontale Abdichtungen im Injektionsverfahren unterscheidet man in Druckverfahren oder druckloses Verfahren. Beim drucklosen Verfahren werden Bohrlöcher im Abstand von 10-12 cm und im Durchmesser bis 30 mm im Winkel von ca. 30° gebohrt. Im Anschluss wird das Bohrloch gereinigt und drucklos mit Sperrmittel bis zur Sättigung gefüllt und nachgefüllt. Bei der Druckinjektion werden bei gleichen Abständen deutlich kleinere Löcher gebohrt, ca. 12-16 mm. Die Ausführung kann auch waagerecht erfolgen. Das Injektage - mittel wird mit Druck in den Baukörper gepumpt bis das Mauerwerk ausreichend gesättigt ist. Besonders hervorzuheben ist die Überprüfung, dass kein Injektionsmaterial unkontrolliert abfließt. Hierzu ist es wichtig beim Bohren auf Hohlräume zu achten. Hohlräume müssen im Vorfeld gefüllt oder verpresst werden. Oberflächliche Fugen, Risse, lose Steine oder loser Putz sollten oberflächlich überarbeitet werden. Es darf beim Injizieren zu keinem größeren Materialaustritten kommen. Als Injektionsmittel werden heutzutage vorwiegend Microemulsionen, Harze oder Kombinationsprodukte bei horizontalen Sperren verwendet. Die Injektionsmaterialien wirken hydrophobierend und oder abdichtend.

